Die Zukunft der Bergschule

„Den Mutigen gehört die Zukunft“ – Das Bistum setzt ein markantes Zeichen

In den vergangenen 30 Jahren hat die Bergschule verschiedene Phasen der Entwicklung erlebt. Nach der Gründung 1991 stand zunächst die enge Verbindung mit dem Kloster und dem Kindergarten und später mit der Berufsbildenden Schule im Vordergrund. Nach der staatlichen Anerkennung 1996 entwickelte sich das Gymnasium St. Elisabeth zu einem  der größten in Thüringen. 2018 gab es einen einschneidenden Wechsel in der Trägerschaft. Die heiligenstädter Schwestern zogen sich zurück und das Bistum unter der Leitung von Bischof Dr. Ulrich Neymeyr übernahm die alleinige Trägerschaft.  Damit waren zentrale Fragen über die Zukunft der Schule verbunden.

Ausführliche Analysen der Schulsituation ergaben das folgende Bild:

Das beengte Raumangebot zwingt seit vielen Jahren zu Anmietungen außerhalb des Schulgebäudes, um den Unterricht zuverlässig abdecken zu können. Damit sind aber immer noch keine geeigneten Aufenthalts- und Rückzugsräume für die rund 650 Schüler*innen und ihre Lehrer*innen vorhanden. Die Organisation renovierungsbedürftiger Bereiche (Heizung, Fenster, Technik), Nutzung ursprünglich für eine andere Verwendung gedachter kleiner Räume (Dachgeschosse, Räume mit Stützpfeilern, Lehrerzimmer Neubau) und die Suche nach kreative Lösungen und deren Verhandlungen, um der Platznot zu begegnen, gehören seit langem zu den täglichen Aufgaben der Schulleitung, die zudem selbst nur dezentral in zwei Gebäuden untergebracht werden kann..   In den angemieteten Räumen gilt es ganztägig Küchengerüche aus einem angrenzenden Restaurationsbetrieb auszuhalten, abgesehen davon, dass die Räume auch dem technischen Standard eines modernen Unterrichts im Grunde nicht standhalten können. Nicht nur die Schüler*innen müssen für die kurzen Pausen zu lange Wege zurücklegen, auch haben die derzeit ca.  66 Lehrkräfte nur ein einziges Lehrerzimmer von 60 qm zur Verfügung – ein Umstand, der nicht nur  in der Zeit der Pandemie Probleme aufwirft.

In einem Treffen mit dem Kollegium und den Vertretern der Schulgemeinschaft informierten am Mittwoch, dem 28. April 2021 Bischof Neymeyr, der Schulabteilungsleiter des Bistums, Herr Dr. Fahnroth und die Schulleitung, Herr  Kaes und Frau Goldhorn, über die die Zukunft der Schule.

Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie kann sich die Schule zukunftsweisend weiter entwickeln?  Bereits 1990 gab es Überlegungen, nicht nur ein Gymnasium, sondern auch eine damit verbundene Regelschule aufzubauen. Dieser Gedanke wurde jetzt wieder in die Überlegungen mit einbezogen. Das Ergebnis der Überlegungen auf allen Ebenen ist:

Das dreizügige kath. Gymnasium Bergschule St. Elisabeth wird in einen Neubau umsiedeln und gleichzeitig wird eine zweizügige kath.  Regelschule neu gegründet und angegliedert. Das Bistum ist der Träger dieser Schulen.

Welche Gründe führten zu dieser bahnbrechenden Entscheidung?

Bischof Neymeyr verweist darauf, dass sich die Kirche schon immer für die Bildung von Kindern eingesetzt habe. Die ersten Schulen seine Klosterschulen gewesen. Der Begriff „Bildungsdiakonie“, der in der Kirche einen hohen Stellenwert habe, bedeute, dass die Kirche Verantwortung für die Zukunft übernehme.  

Die Kombination Regelschule/Gymnasium sei bereits in Erfurt, in der zweiten katholischen Schule des Bistums, zu einem Erfolgsmodell geworden. Eltern gäben ihre Kinder beruhigt an einen Ort, indem jeder Bildungsgang möglich sei und der Wechsel von einem zum anderen problemlos zu bewerkstelligen sei.

Der Diözesanvermögensrat, der aus nicht im Bistum beschäftigten externen Beratern besteht, habe nach einer langen und gründlichen Prüfung der Situation zu einem Neubau geraten. Es gebe Rücklagen, und auch wenn in Zukunft der Solidaritätsbeitrag der westlichen Bistümer entfällt, sei die neue Schule auch nach 2026 noch gut zu finanzieren.

Als letzten wesentlichen Punkt bezeichnete Bischof Neymeyr den Neubau als eine wegwiesende Investition in die katholische Kirche im Eichsfeld. Derzeit habe die die Kirche nicht den besten Stand in der Gesellschaft. Die Missbrauchsskandale vieler Bistümer hätten zu einer gesunkenen Akzeptanz von Kirche geführt. Viele Austritte seine die Folge. Der Schritt, mit dem Neubau und der Neugründung der Regelschule ein wichtiges sichtbares Zeichen zu setzen solle zeigen: Die Kirche ziehe sich nicht zurück. Sie sei da und präsent.  Hier werde ein Ort geschaffen, wo Kindern offen und liebevoll begegnet werde und wo sie einen Schutzraum erhalten, in dem sie leben können und die Bildung erhielten, die ihnen den Weg in die Zukunft sicher ermöglicht. Das sei auch als wichtiges Gegengewicht zu dem zu verstehen, was in der Vergangenheit Kindern und Jugendlichen angetan worden sie.

Bischof Neymeyr dankte der Schulleitung, dass sie sich dieser großen Aufgaben stelle und von Anfang an engagiert habe, ohne zu wissen, in welche Richtung der Weg gehen würde. Den Lehrer*innen dankte er dafür, dass sie bereit seien, den wichtigen Dienst der Bildung und Erziehung zu übernehmen.

In einem abschließenden Wort wies Herr Kaes noch einmal daraufhin, dass mit dem Neubau die Möglichkeit bestehe, eine Schule als Lebensraum zu gestalten, der energetisch zukunftsträchtig sei und die gesunde Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ermögliche.

Die Erweiterung durch die Regelschule nehme auch Schüler*innen in den Blick, die bisher keine  Chance bei uns gehabt hätten.  Der Schulstandort Heiligenstadt werde deutlich aufgewertet und auch die Zusammenarbeit mit berufsbildenden Unternehmen bekäme nun eine Bedeutung. Noch sei über den Ort und alle erforderlichen Genehmigungen nicht endgültig entschieden, aber vorsichtig könne man versuchen, den August 2025 als Einweihung der neuen Schule  anzuvisieren.  Das sei eine sportliche Zeitschiene – aber „den Mutigen gehört die Zukunft!“

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