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19.06.2018 10:19

"This is the time of our lives"

Abiturfeier 2018: "Neustart"

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Weihbischof Hauke verglich in seiner Predigt während des feierlichen Abiturgottesdienstes den Zeitpunkt der Abiturabschlussfeier mit einem Neustart. Die von den Abiturienten ausgewählten Texte passten gut dazu: Gottes neuer Bund mit Noah nach der Sintflut komme einem Neustart gleich genauso wie die Auferweckung des Lazarus. Bischof Hauke richtete das Wort zunächst an die Eltern. Wenn ein Kind ins Leben starte, wisse man als Eltern nicht, ob es zu einem „Heiligen“ oder einem „Terroristen“ würde. Erst mit dem entsprechenden Rüstzeug könne man einen jungen Menschen zum gelingenden Leben befähigen, Die katholische Schule habe ihr Nötiges dazu beigetragen. Die festlich gekleideten Schulabgänger, ihre Familien und die Vertreter der Schule nahmen aus dem Gottesdienst die besten Wünsche für die Zukunft mit. Musikalisch gestaltete der Schulchor unter Leitung des Musiklehrers Thomas Fuhlrott die gottesdienstliche Stunde.

Die anschließende Feier der Zeugnisübergabe in der Sporthalle unserer Schule wurde ebenfalls mit Musik umrahmt. Der Oberstufenchor, bestehend aus acht stimmstarken Schülerinnen, gaben die Lieder zu Gehör, die sie selbst ausgewählt hatten und die von dem Chorleiter Thomas Fuhlrott für Chor überarbeitet worden waren. Munter und energiegeladen wurden die Lieder vorgetragen und unterbrachen aufs angenehmste die Reihe der Redner an diesem Abend.

Propst Gremler nutzte die Selbstinszenierung bei einem sogenannten „Selfie“ für seine Überlegungen, dass die jungen Menschen zum Zeitpunkt des Schulendes sich selbst neu erfinden müssten. Dabei sei das auf dem Glauben fußende Menschenbild besonders wichtig.

Der Abiturient Jakob Simon ließ in seiner launigen Rede die Schulzeit ab Klasse fünf Revue passieren. Alle gelungenen und nicht so gelungene Aufgaben und Projekte liefen noch einmal vor dem inneren Auge ab.  Die Zuhörer dankten es ihm mit Applaus.

Der Eltensprecher Stefan Niederau beleuchtete dieselben Ereignisse nicht weniger launig aus der Sicht der die Schüler begleitenden Eltern. Wie auch bei der Rede von Jakob Simon könnte sich das Publikum des Lachens nicht erwehren. Herr Niederau beschloss seine Rede mit sehr persönlichen Wünschen für die Zukunft der Abiturienten.

Lee Iacocca stellte das Ausgangszitat, das der Schulleiter Heinz Peter Kaes zum Rahmen für seine Rede nahm. Iacocca sieht für die Entwicklung eines Menschen das Lesen, das Schreiben und das freie Sprechen als grundlegend an. Herr Kaes entwickelte daraus seine Gedanken und Ratschläge für die Zukunft der Abiturienten.

Lesen sei mehr als Wörter zu entziffern und auch mehr als Prüfungsstoff zu sich nehmen. Lesen sei ein „sich in eine Beziehung zur Welt und sich selbst zu setzen“, über sich hinauszuwachsen in der Wahrnehmung und vor allem auch das zu verstehen, was nicht mit Worten auszudrücken ist, also das „Zwischen den Zeilen lesen“. Sein Tipp für die Zukunft: Bücher lesen, ruhig auch aus vorhergehenden Jahrhunderten, man könne darin viel für die Zukunft und auch über sich lernen.

Schreiben meine jeder zu können. Hier gehe es aber nicht um die Fähigkeit Informationen zu übermitteln, sondern um die Fertigkeiten des tiefgreifenden Ordnens der Gedanken und der den Einzelnen umgebenden Welt. Schreiben heiße, sich dem konzentriert mit Worten anzunähern, was man sagen wolle. Das gelte es zuvor ernsthaft zu ermitteln. Auch dazu brauche man genaue Kenntnisse über sich und die umgebende Welt und einen unbedingten Gestaltungswillen. Diese Fertigkeit zu trainieren sei eine grundlegende Voraussetzung zur Menschwerdung.

Die freie Rede beherrsche ein Schüler nach 12 Jahren Schule . Jedoch sei zwischen unüberlegtem, situativ ungebundenem und endlosem Sprechen und konzentriertem Gebrauch des Wortes unbedingt zu unterschieden. Es gebe Dinge, die nicht zerredet werden dürften; es gebe Worte und Zeiten für Worte, die unpassend seien; es gebe Worte, die verletzten und nicht zurückgenommen werden könnten. Wenn Iacocca freie Rede meine, dann sei das Ziel, der angemessene, wohl gesetzte Gebrauch des gesprochenen Wortes, der Nuancen kennt und vor allem einem Ziel folge. Diese Fertigkeit sei vielleicht die am schwierigsten zu erwerbende.

Herr Kaes wies am Ende seiner Rede darauf hin, dass in dem Ratschlag von Iacocca das Rechnen, also die Mathematik, fehle. Dafür gebe es verschiedene mögliche Gründe. Der wahrscheinlichste sei, dass es nach Iacocca wohl selbstverständlich sei, dass der Mensch natürlich ein Verhältnis zu den Zahlen habe, ohne dieses käme man nicht zurecht in der Welt. Dieses sei jedoch nicht überzubewerten, denn nicht alles im Leben lasse sich errechnen. Zu viel Unberechenbares warte auf uns.

Und so lauten denn die abschließenden an die Abiturientinnen und Abiturienten gerichteten Worte, dass die ersten drei Fertigkeiten sehr gut und achtsam ausgebildet werden müssten, damit es etwas gebe, das den Menschen befähige, dem unberechenbaren Zukünftigen entgegentreten zu können.

Die folgende beeindruckende und reibungslos ablaufende Zeugnisverteilung an die vier Stammkurse wurde gefolgt von der Verteilung der Auszeichnungen und Preise. Geschenke wurden verteilt, Mitgliedschaften und Rosen. Am Ende standen 28 Preisträger auf dem Podest. Alle Abiturientinnen und Abiturienten hielten stolz und froh ihre Zeugniskopien in der Hand und hatten sicherlich das Gefühl, was in dem letzten Liede des Chors beschrieben wurde: " This is the time of our lives".

Wir wünschen den Schulabgängern alles Gute!

 


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